Caroline Bayer

Ruppe KopselleckMetropolis

Anja BauerRaumzeichnungen

URS BUGMANN citygrid

DR. FRITZ EMSLANDERWandnahmen

Westfälische NachrichtenCaroline Bayer im toma.

DR. MARCEL SCHUMACHERKatalogtext zur Ausstellung Aufriss

Mit wenigen Linien verändert die Künstlerin unsere Raumwahrnehmung. Sie malt weiße Linien und Flächen auf die grüne Tapete. Damit kehrt sie ihre bisherige Technik um, in der sie meist mit schwarzen Klebestreifen auf weiße Wände „zeichnete“. Die Zeichnung greift architektonische Formen auf, die Linien werden intuitiv als Raumkanten gelesen wie bei Albers Konstellationen. Es handelt sich um Abstraktionen von realen Architekturformen, die vom Betrachter wie Icons gelesen werden können. Anders als beispielsweise die Zeichen von Gerwald Rockenstaub öffnen sie hier zugleich einen Bildraum.

Die Flächen und Linien werden als Malerei von Licht und Schatten lesbar. Die Assymetrie der Komposition hält das Auge in Bewegung. Wechselt man den Standort, wird die Wand plötzlich wieder zur Wand, das Bild faltet sich um die Raumecke. Das Fenster könnte sich nach außen öffnen, doch handelt es sich um den umgekehrten Blick: Caroline Bayer das Treppenhausfenster des Museums gegenüber der Universität, stülpt das Äußere nach innen.

Im ehemaligen Romanikraum des Erdgeschosses hat Bayer den Granitboden als Zeichenfläche gewählt. Die in den Raum gestellten Wände hat die Künstlerin als Dreitafelprojektion auf den dunkelgrauen Fußboden gezeichnet. Man könnte aus dem Fußboden die Wände nochmals als Faltbogen zusammensetzen. Ohne die Steinskulpturen wirken die Stellwände selbst wie minimalistische Skulpturen, während die Bodenzeichnung dem Besucher seine Bewegung durch den Raum bewusst werden lässt.

Auch in der Bibliothek hat Caroline Bayer durch Zeichnungen dezente Interventionen vorgenommen. Markierungen, Zeichen und Spuren verschwimmen mit grafischen Assoziationen und bilden abstrakte Kompositionen.